Theorie - Turbo für die NSR?

  • Man hört viel davon, Turbo hier, Turbo da, dadurch so und soviel Leistung... Aber für die NSR oder generell für einen Zweitakter? :thumbsup: Oder in einem Trabbi oder so? Ich kenne mich damit bis jetzt gar nicht aus, aber so theoretisch.... Was haltet ihr davon? Und wie funktioniert so ein Ding überhaupt bzw. ist die Funktionsweise überhaupt umsetzbar mit einem Zweitaktmotor? Theoretisch müsste die Haltbarkeit doch deutlich leiden, aber weshalb haben moderne Turbomotoren dennoch eine sehr gute Haltbarkeit bzw. ist diese überhaupt geringer als bei Motoren ohne Turbolader? Vielleicht mache ich das ja mal zu einem echten Projekt. Was meint ihr dazu? :D

  • Ein sehr geiles Thema, da haben sich schon viele leute den Kopf drüber zerbrochen. Aber es geht ! Bei einem Motorradmagazin wurde eine Yamaha TRZ 125 SP mit einem Turbo ausgestattet was satte 54PS erbrachte.
    Der Turbo muss nach dem Reso, vor dem ESD angebracht werdenm um die Abgasschwingung nicht komplett zur nichte zu machen und die Verdichtung der Turbinenschaufeln muss zwischen ASS und Vergaser stattfinden, sodass das fertige Gemisch vorgepresst wird. In verbindung mit einem Schmiedekolben, Hochleistungsnadellager und einer Dickerern Zylinderkopfdichtung sollte das auch etwas aushalten. Fraglich ist nur, wie lange das wirklich hält ?! :D
    Wenn ich mal richtig Lust drauf bekomme, muss eine 125er NSR von mir dran glauben. Muss sich geil anhören, wenn die NSR beim Lastwechsel übers WasteGate abbläst.
    Alternativ könnte man den Motor auch mit einem Kompressor zwangsbelüften. Hier auf den Schrottplätzen fliegen die dinger reihenweise herum. Dann stellt sich nur noch die Frage, wie das alles in das Mopped rein soll, und was der TÜV bei der nächsten HU dazu "bemängeln" hätte. Und was auch zu beachten wär, ist der kosten/nutzen-Faktor, denn lange hält das der Motor nicht stand :evil: aber ein Spaß ist es sicherlich Wert !

    NSR 250 MC21 MC28 Restaurationen + Kurbelwellenüberholung // PGM3 Reparatur // NSR-Teile // Motorinstandsetzung // Schrauberhilfe // Touren fahren //

  • Turbo.... geht, bringt aber halt beim 2Takter nur recht wenig (vor allem im Vergleich zum 4t)
    Es ist letzten Endes wenn man es richtig macht enorm teuer und ob sich das ganze beim Mehrgewicht durch den Turbo und ggf. LLK noch lohnt ist fraglich.


    Wenn dann würde ich aber glaub eher zum Kompressor greifen.


    Eine Eintragung.... ich weiß echt nicht ob es auch nur einen TÜVer gibt der das machen würde, auch wenn es an sich ne Leistungssteigerung wie jede andere ist

  • Ist echt ein Spannendes Thema und die TZR SP war wirklich krank (Wenn man sieht wie es der den Krümmer in die Federn schmeißt beim Last geben) und das Video dazu gibt es auch auf Youtube.
    Allerdings würde ich dir, RAiser in zwei Punkten wiedersprechen, warum sollte der Turbo VOR den ResoPot? Wenn man ihn davor setzt bringt doch der Auspuff nichts mehr, da man sich die Resonanzaufladung zerstört, bzw wenn die stark genug ist den Turbo die ganze Zeit beschleunigt und wieder abbremst was zu einem Wirkungsgrad gegen Null des Laders fürhren würde oder?
    Und der Turbo sollte definitiv VOR den Vergaser, so dass er nur Luft verdichtet und kein Frischgas, dazu müsste man dann eben einen Vergaser fahren welcher mit dem Überdruck klar kommt, was aber durchaus geht.
    Es gab schon Turboaufladung vor der Einspritzung, jedenfalls am 4Takter.


    Generell hat man eben das Problem, das einem das Nutzbare Drehzahlband auf einige wenige tausend Umdrehungen zusammenfällt in denen man dann einen Vorteil durch den Turbo hat, im restlichen Drehzahlband spült der Turbo nur Frischgas in den Auspuff oder bringt noch garnichts.

  • Habe mich jetzt noch nicht so damit beschäftigt, aber von der Überlegung her wäre ein Lader vor dem Vergaser gar nicht verkehrt. Die Luft bleibt ja die ganze Zeit komprimiert, somit würde das Volumenverhältnis von Luft/Benzin wieder stimmen... Aber kommt es darauf an, oder doch eher auf die Massenverhältnisse?


    Jedenfalls, hier ist das TZR SP Turbo Video. Echt geil, wie das Ding in den Auspuff drückt!


    EDIT: Vergessen,das Video einzufügen :D

  • Naja an sich kommt es ja auf die Masse an nicht auf die Menge (deshalb haben ja neuere Einspritzungen einen Luftmassenmesser und alte den Mengenmesser) da man ja über die Menge die Dichte nicht berücksichtigt. Aber am Vergaser würde ich sagen, kann man nur über die Menge gehen, da der Luftstorm durch den Venturiring ja unabhänig von der Temperatur und damit der Dichte immer gleich viel Kraftstoff mitnimmt oder?
    Fakt ist aber, das früher immer der Turbo vor dem Vergaser verbaut wurde, und keiner hätte sich die Mühe gemacht einen Überdruckfesten Vergaser zu konstruieren, wenn es nicht nötig gewesen wäre denke ich oder ;)
    Außerdem sehe ich es als etwas kritisch dem Verdichter (egal was für einer jetzt) Frischgas zuzuführen, da sie ja nicht darauf ausgelegt sind das ständig ein Lösemittel durch sie gepumpt wird.


    Genau das Video hatte ich auch gesehen, einfach geil 8)


    Edit denkt:
    Außerdem könnte man durch den Verdichter vor dem Vergaser mit einem Schubumluftventil arbeiten, wenn man Gemisch verdichtet nur mit einem Wastegate, wodurch die Ansprechzeit des Laders ja bekanntlich verbessert wird, was an einem so kleinen Motor sicherlich bemerkbar ist.

  • Ich sag jetzt einfach mal was. Vereinfacht mischt der Vergaser die vorbeiströmende Luft mit Benzin. Was passiert also, wenn man hinter dem Vergaser einen Überdruck durch Aufladung hat? Ergo, geht doch nicht.

  • Ich sag jetzt einfach mal was. Vereinfacht mischt der Vergaser die vorbeiströmende Luft mit Benzin. Was passiert also, wenn man hinter dem Vergaser einen Überdruck durch Aufladung hat? Ergo, geht doch nicht.


    Naja das ist schon richtig, aber eigentlich irrelevant. Dem Vergaser an sich macht der Druckunterschied nichts aus, da er über den sogenannten Venturi-effekt funktioniert, welcher einfach besagt, das durch eine verjüngung im Durchstörmten Teil (Vergaser) die Störmungsgeschwindigkeit steigt und somit der Druck abfällt. Somit herrscht in der Schwimmerkammer mit Atmosphärendruck ein relativer Überdruck zum Venturiring (da wo die Düse sitzt) und Sprit fließt durch die Düse in den eigentlichen Vergaser (sie wird nach oben "angesaugt")
    Man merkt also, wo welcher Druck herrscht ist egal, solange der Vergaser durchströmt wird.


    Wenn man aber nach dem Vergaser einen Überdruck hat, dann ist er falsch herum verbaut, bzw wird eben falsch herum durchströmt, da ein Strom immer vom höheren Druckpotential zum niedrigeren fließt.


    Das Problem mit dem Lader vor dem Vergaser ist eigentlich nur, das man den Gesamtdruck im Ansaugbereich über Atmosphärendruck erhöht (=aufladung) und somit der Druck in der Schwimmerkammer nicht mehr höher werden kann als im restlichen Vergaser. Dieses Problem umgeht man im Falle eines Vergasers der für einen Turbomotor vorgesehen ist, indem man den Druck in der Schwimmerkammer mit erhöht.


    Ich hoffe das hilft dir die Thematik zu verstehen, ich muss zugeben Vergaser sind komplizierter als sie aussehen :)

  • Ich muss zugeben ich hatte einen Denkfehler. Habs mir gerade mal eben selbst auf einen Zettel gemalt und das Bild, welches ich im Kopf hatte gelöscht.


    Ich bin jetzt nicht ganz nüchtern, deshalb weiß ich nicht, ob es so verständlich ankommt. Ich dachte dabei nicht direkt an die Positionierung des Turbos. Sondern an die Verschlauchung.
    Habs falsch interpretiert und hab angenommen Ihr meint vom Turbo aus nen Druckschlauch zwischen Motor und Vergaser zu setzen. Das ginge natürlich garnicht. Wenn man den eigentlich Turbo direkt hinter dem Vergaser positioniert klappt das natürlich. Solang die "Saugseite" zum Vergaser zeigt.


    Würde ich aber schon aufgrund der schlechteren Positionierungsmöglichkeiten nicht machen.

  • Also soll der wohl vor den vergaser und damit soll der vergaser selbst an den druck angepasst werden. Ganz schön komplizierte sache. Stelle es mir schwierig vor,den vergaser mit all seinen Öffnungen so anzupassen,daß der druck nicht sofort flöten geht. Und, soviel habe ich schon gelesen, solche Turbolader laufen mit unterschiedlich viel Ladedruck, von 1bar bis 250bar war alles dabei.denke aber,selbst bei 1bar könnte es schon Probleme wegen der ganzen Dichtungen im Vergaser geben.

  • Ja ich denke auch, da sollte man sehen ob man einen Vergaser findet, welcher auf die NSR passt und schon auf Turbo ausgelegt ist, sonst muss man eben notgedrungen den Vergaser Vor dem Verdichter lassen.
    Oder man baut die NSR gleich auf Einspritzer um, was spricht da eigentlich dagegen? Drehzahlsignal hat man ja über den Pick-up und für ein Lastsignal verbaut man eben einen LMM... Klar man müsste eben ein Kennfeld selber schreiben, aber das ließe sich ja noch machen



    Da ist mir grade auch ein anderes Problem aufgefallen, wenn man den Turbo erst nach dem Reso setzen möchte, hat man ja den Turbo am anderen Ende der NSR... und dann den Vergaser davor setzen kommt mir ebenfalls komisch vor, da kommt ja am Motor wieder nur noch Luft an...
    Deshalb frage ich mich grade ob es so viel Leistung nehmen würde, wenn man den Reso komplett entfallen lässt und nur noch über den Staudruck des Turbos die durchspülung bremst? Also den Turbo so klein wählt das er in einem bestimmten Drehzahlband etwa den Gegendruck bringt, damit die Spülungsverluste minimal werden.


    Was mir auch noch aufgefallen ist, die NSR hat ja gar keine Ölpumpe, man müsste also erstmal einen Ölkreislauf samt Pumpe für den Turbo aufbauen...

  • Sindringer jetzt kommen wir in den Bereich wieso ich da nicht ganz so viel von halte.


    -Einspritzung am 2t kenne ich nur von 2 Rollern, die damit eigntl nur Probleme hatte (hanb dann aber auch ehrlich gesagt nicht große weiter damit beschäftigt).
    -Das "Bauraumproblem", sprich wohin mit dem ganzen Kram? evntl. ein LLK?
    -Länge des Ansaugtrakts
    -GEWICHT....


    Dann doch lieber gutes altes "Saugertuning": Zylinderporting, passende Auspuffanlage, Vergaser, Airbox,...
    40PS an der KW sind damit auch nichts all zu Unrealistisches (klar mit Standard-NSR Teilen kommt man da hin, aber wenn wir uns schon über Turbos unterhalten.... :D )


    Dazu dann lieber mal ordentlich Gewicht SPAREN an der NSR ... Ich denke dann kann kommt man schnell auch in den Bereich 180km/h+, an der 200 zu kratzen wäre natürlich :D :D :D

  • Naja ich wüsste ehrlich gesagt nicht, warum man mit einer Einspritzung Probleme bekommen sollte an der NSR, ist auch nur ein normaler Motor und wir reden ja nicht von einer Zickigen K-Jettronik oder so. Ich würde mich da an einer Motronik bedienen und eben ein Steuergerät daran anpassen.


    Über das Platzproblem könnte man natürlich streiten, ich seh das ehrlich gesagt nicht als so ein Problem an...
    Und den LLK würde ich einfach vor dem Wasserkühler setzen.
    Die länge des Ansaugtrakts ist ja an einem Turbomotor nicht so sehr relevant, da man den Beitrag der Resonanzaufladung im Saugrohr eher vernachlässigen kann denke ich.
    Und Gewicht... okay klar hat man halt... aber dafür auch nen Turbo :D


    Und warum nur das eine? Wenn man sowas schon baut sollte man es auch konsequent machen und den Zylinder usw auch gleich mit anpassen.


    Ich sehe nur wie gesagt die Versorgung des Turbos mit Öl kritisch.

  • Man könnte eigentlich auch eine Kompressoraufladung bauen. Hab das schon bei verschiedenen 2-Takt Motoren gesehen.
    Meistens wurde ein Radialverdichter über Polrad o.A. angetrieben und praktisch zwischen Luftfilter und Vergaser wurde dann Druck aufgebaut.
    Somit ist man Unabhängig von nem Ölkreislauf, man hat keine Probleme mit der unregelmäßigen Abgasmenge durch den Einzylinder.

  • Hmja. ich habe mich aus Zeigründen immer noch nicht weiter informiert, aber eines ist klar: Das Maschinenbaustudium kommt mir da zugute und wenn es soweit ist, werde ich das Ganze skizzieren und berechnen. Stelle ich dann hier ein. Nachdem ich mich dem Ergebnis @DeSchenk s Blade verheizt habe ;-)

  • Das Maschinenbaustudium kommt mir da zugute und wenn es soweit ist, werde ich das Ganze skizzieren und berechnen. Stelle ich dann hier ein. Nachdem ich mich dem Ergebnis @DeSchenk s Blade verheizt habe ;-)


    Das muss ich dann im Anschluss natürlich nochmal als Ingenieur durchrechnen.
    Die maschis sind da ja teilweise sehr gewagt Ergebnissen :D :D


    Desweiteren wirst du mich sicherlich verblase, das bezweifel ich auch nicht!
    Ich mein in ca. 60 Jahre werde ich meine 1PS starke Fireblade auch nur noch durchs Altenheim schieben.
    Vorher wird das eh nichts (erinnerst du dich? : " Nächste Saison drehen wir ne Runde in der Eifel" , Spruch kommt aus dem Jahr 2009) :D

  • Geht, klar. Bei jedem Verbrennungsmotor, soweit ich weiß. Ist aber nicht mal eben so gemacht. Ist auch nicht mal eben so übers Wochenende gemacht... Eher so über die Sommerferien, vermute ich, falls alles glatt läuft. Aber dazu sollte der ganze Motor erstmal sehr gut und sauber laufen, bevor es losgeht. Dann würde das Ganze vermutlich ziemlich schnell laufen (im Sinne von anmachen- viel Leistung) und ganz schnell abrauchen (im Sinne von kolossaler Motorschaden- hohe Kosten). Dazu sollte man dann am besten die Möglichkeiten haben, ein paar Faktoren genau zu überwachen, wie z.B. die Abgastemperatur. Also Zusatzanschaffungen. Theoretisch ist das auch ohne möglich, aber das wird wohl ein paar Zylinder kosten. Also alles in allem überhaupt keine geeignete Tuningmaßnahme, sofern man ansonsten noch nicht alles herausgeholt hat. Die meisten "Tuning"-möglichkeiten sind viel kostengünstiger, viel weniger zeitintensiv, und, vor allem, viel sicherer, was die möglichen Schäden angeht.

  • Turboumbau hammer geile sache. :thumbsup:
    Würde den Turbo hinter den Vergaser bauen damit er das komplette Gemisch verdichtet bzw. beschleunigt;) aber weis nicht ob das alles so harmoniert mit Kurbelwellengehäuse und den Überströmkanälen. Gehe mal stark davon aus das wenn man das richtig hinbekommt mit dem Rückstau der durch den Turbo entsteht und dem perfekten platz vor dem Motor das das extrem abgeht,jedoch kosten nutzen Faktor -100 weil das alles ewig viel erproben und so ist;). Aber der Turbo sollte mega Druck aufbauen weil 2Takter ja viel Abgas prodozieren 8)