Bremse vorne zu fest?

  • Hi Jungs,


    ich bitte um eure Erfahrungswerte :) Habe heute einen neuen Bremssattel an meiner JC20 verbaut, incl. neuer Führungshülsen für den 'schwimmenden' Sattel. Der schwimmt auch super:ugly:, alles gängig. Kolben sind auch gängig.


    Trozdem liegen nach Probefahrt die Beläge so an der Scheibe an, dass das Rad max. 1-1,5 Umdrehungen dreht, wenn man es echt fest andreht. Genau aus diesem Grunde hatte ich den Sattel getauscht (NOS-Sattel von eBay [für Honda Bali, baugleich mit NSR]).


    Etwas zu stramm, oder? Wie ist das bei euren NSRs?


    Ansonsten hatte ich auch schon die Bremspumpe im Verdacht, von wegen Rücklaufbohrung nicht ganz frei!?


    Eine andere Ursache kanns doch nicht sein, oder?||


    Danke und Viele Grüsse,


    Thomas

  • Hi RCV,


    also aus Erfahrungen mit verschiedensten Bremsen und Herstellersystemen (zwar aus dem PKW-Bereich, aber das Prinzip ist gleich nur die Dimensionierung etwas größer) haben Schwimmsättel zwei Schwachstellen: Führungshülsen oder eben wie Enno schon sagt die Kolben. ^^


    Das an dem Hauptbremszylinder was kaputt geht, ist selten. Der geht nur kaputt wenn Dreck oder (über einen zu langen Zeitraum) Luft rein kommt. Und dann sind es meistens Dichtungen, Ventile etc. Das passt nicht wirklich zu deiner Problembeschreibung, da läuft dann irgendwo das DOT4 raus bzw. füllst du ständig nach oder du kannst den Hebel langsam nach Timbuktu ziehen, weil der Gegendruck nachlässt wenn du den Hebel ziehst und gezogen lässt. Also solltest du das testen können und damit ausschließen. :D

    Die Kolben lassen sich Erfahrungsgemäß oft gut drücken bzw. zurückstellen, machen während der Fahrt aber trotzdem Probleme. Insbesondere bei Schmutz und Rost. War der Sattel neu? Ist er überholt? Überholungen selbst zu machen Rate ich auch im KFZ-Bereich ab, das geht meist ziemlich schnell wieder kaputt. Werksüberholte Sättel sind da das Mittel der Wahl. Nun weiß ich aber nicht ob du das bekommst im Motorradbereich.:|


    War der Sattel neu gebe ich dir noch einen anderen Tipp: der Bremsschlauch. Im KFZ-Bereich lösen sich die Gummischläuche mit den Jahren auf und blähen sich nach innen auf, besonders bei zusätzlicher Hitzeeinwirkung durch die Bremsanlage und Bremsflüssigkeit mit niedrigen Siedepunkten (Mercedes kann davon ein Liedchen singen). Der Durchlauf wird damit verengt und die Bremsflüssigkeit läuft nicht sauber zurück, was zu Druck auf deinem Radbremszylinder führt. Lässt du die Bremse dann in Ruhe und drehst am nächsten Tag ohne davor am Bremshebel zu ziehen, müsste sich das Rad besser drehen lassen, da sich der Druck langsam ausgleicht. Mit dem bloßen Auge kaum erkennbar, nur im direkten Vergleich. Aber wer zerschneidet den alten und neuen Schlauch um die beiden zu Vergleichen (außer jemand so neugieriges wie ich, der das nicht glauben wollte :ugly:). Problem kannst du durch neuen Bremsschlauch lösen. Mit Stahlflex sogar für die Ewigkeit.:)

    Je nach Alter würde ich einfach mal auf Verdacht den Schlauch tauschen, wenn ich du wäre. Vermutlich ist dein "alter" Sattel sogar funktionstüchtig. :thumbup:

    Gruß Kay

  • Grüss Gott nochmal,


    Erstmal vielen Dank.:love:


    Von meiner Seite aus noch ein paar relevante Informationen:!:


    Ich hatte an der NSR vor 5-6 Jahren eine Stahlflexleitung installiert, somit auch neue Bremsflüssigkeit. Seitdem nur gefahren bzw. mehr gestanden :ugly:


    Bremse so ansich unauffällig.


    Jetzt hab ich mal ein paar anfallende Arbeiten erledigt, u.a. neue Bremsflüssigkeit.


    Seit diesem Bremsflüssigkeitswechsel ist die Bremse im Ruhezustand definitiv strammer.


    Da der Sattel mit den Führungsbolzen einen relativ festgebackenen Eindruck machte, hab ich für schmale Mark diesen hier besorgt:


    https://www.ebay.de/itm/Bremsz…599031013?redirect=mobile


    Der ist definitiv neu. Wie lange er natürlich jetzt schon NOS-mäßig herumlag kann ich nicht sagen...aber wiegesagt, er gleitet 1a auf den Bolzen und die Kolben gehen ohne grössere Gewalt rein und raus.


    Bremsleitung ist wiegesagt ne Stahlflex.


    Problem besteht aber immer noch :sleeping:


    Daher kam meine Vermutung mit dem Hauptbremszylinder?8| Nach dem letzten mal Flüssigkeitswechsel kam oben aus dem Ausgleichbehälter tatsächlich noch nen Tag später Flüssigkeit rausgesifft:?:


    Danke und Grüsse:)


    Thomas

  • Stahlflex schließt meine Theorie mit den Bremsleitungen definitiv aus, denn die können nicht aufquiellen. :S


    Das rumliegen Schadet dem Sattel nicht, weil ja noch nie Bremsflüssigkeit drin war. Das sollte also auch nicht das Problem sein!

    Wenn der Ausgleichsbehäter sifft kann das verschiedene Gründe haben. Einerseits Dichtungen, ist aber auch eher unwahrscheinlich wenn er mittlerweile nicht mehr sifft. Auch ein Ventil zwischen Hauptbremszylinder (HBZ) und Behälter könnte in Frage kommen. Oder es war schlicht einfach zu viel eingefüllt (ich weiss nicht ob es bei der NSR eine Max-Markierung gibt) und das hat es über die Entlüftung nach oben rausgedrückt.:/


    Ich würde den HBZ mal auf Druckaufbau bzw. -halten testen. Also Hebel ziehen bis er fest wird und schauen ob er dann langsam nachgibt und du ihn weiter anziehen kannst. Sollte das passieren sind Dichtungen im inneren beschädigt und die Bremsflüssigkeit läuft im Zylinder wohin, wo Sie nicht hin soll. Ggf. entsteht auch dadurch ein Überdruck bzw. der Kolben im HBZ geht nicht mehr komplett zurück weil Bremsflüssigkeit dahinter ist? Bei einem Auto dauert das sehr lange. Da kann man Liter versenken, je nach System und Bauart aufgrund der Zusammenlegung mit anderen Bauteilen in diese das DOT dann läuft. Sollte ja aber beim Motorrad einzeln sein. Dementsprechend wäre das vorstellbar. :/

    Tipp zur Bremsflüssigkeit: Das Zeug ist hydrophil, also zieht das Zeug Wasser an, greift Lacke an und bringt Metall zum rosten. Wasch bzw. verdünne es mit viel Wasser oder Bremsenreiniger und wisch es ab, das hebt diese Wirkung auf. Sonst ärgerst du dich wenn da mal irgendwas rostet.

    Gruß Kay

  • Moin Moin,


    also der Druckpunkt am Hebel ist gut, er wird auch bei längerem Drücken nicht weicher und gibt nicht nach.?(

    Ich habe zwischenzeitlich einen brandneuen Hauptbremszylinder ergattern können :love: Wenn der angekommen ist, werde ich diesen mal verbauen und natürlich berichten. Man hätte sicher auch den alten überholen können mittels Reparatursatz, aber irgendwie steh' ich ja auf Neuteile :D


    Die NSR hat in der Tat eine Füllstandsbegrenzung im Bremsflüssigkeitsbehälter, die habe ich auch immer beachtet :thumbup:


    Habe auch gestern nochmal am Vorderrad gedreht, aber es ist wie immer: Noch nicht mal eine Umdrehung macht das Rad, das ist mir definitiv zu wenig/zu stramm :ugly:


    Danke &


    Grüsse aus Köln ✌

  • Das überhohlen von Bremszylindern, egal ob HBZ oder RBZ ist ne Sau- und Geduldsarbeit, mit einem neuen bist du da besser dran :ugly:
    Ich hoffe für dich dass es der HBZ ist und du Ruhe hast, bin schon gespannt :)


    Das ist auch zu stramm, da wird nur die Bremse heiß und das Material schnell müde:(

    Gruß Kay

  • So, Freunde des knackigen Druckpunktes :ugly:


    Hier geht's natürlich noch weiter. Hat nur was gedauert, man kommt ja zu nix =O


    Also. Ich habe heute den neuen Hauptbremszylinder (Bremspumpe) montiert. Dieser war neu bzw. NOS von ebay.

    Dann natürlich nochmal möglichst akkurat entlüftet, das sollte auch gelungen sein. Fühlt sich echt super an die Bremse. Die Bremsbeläge hab ich nochmal rückseitig mit Keramikpaste beschmiert, alles tip top mit Drehmomentschlüssel montiert.


    Das Rad dreht nun freier als vorher, wenn auch m.E. noch immer recht stramm. Wenn man es kräftig andreht, ca. 2 Umdrehungen.


    Ich habe aber eben mal explizit drauf geachtet: Im Stand die Bremse ein paar mal betätigt und dann ca. 10 Km flott gefahren und bewusst NICHT vorne gebremst.


    Die Scheibe vorne war 'eiskalt' bzw. nicht weit davon weg:ugly:


    Dann sollte das in meinen Augen ok sein, oder? :thumbup:


    Anbei zwei Bilder. So'n neuer Bremssattel kann schon wat :love::D