Kurbelwelle Dichtung

  • Stimmt so nicht ganz...


    1) Viton ist sauteuer, deswegen kommts nur dort zum Einsatz wo es angebracht ist.
    Um Öl abzudichten ist NBR der Standardwerkstoff.
    Gegenüber NBR ist es beständiger gegen diverse Chemikalien wobei Ethanol speziell zu erwähnen ist weil standard NBR Ethanol nicht aushält.
    Stichwort E10 - und warum das Zeug seinen Weg nicht in den Tank von älteren Mopeds finden soll...
    HNBR ist da der kostengünstige Ersatz für normales NBR.


    2) Viton gibts in verschiedenen Härtegraden, also nix mit härter - gibts auch weicher als den standard Simmerring wenn man will.


    3) Das eingraben in die Welle passiert, wenn die Welle selbst nicht hart genug ist... Die NSR ist billig, würd mich nicht wundern wenn die Kurbelwelle an der Stelle überhaupt nicht gehärtet wäre... Ist OK weil das Ding sowieso nur für max. 50000km ausgelegt ist, das hält auch eine ungehärtete Welle durch.
    Wenn man die weiche Billig KW dann auch noch mit einem Simmerring mit Teflon Lippe verbindet hat man den Salat.
    TEFLON ist härter als NBR und Viton ;)
    Teflon hat aber einen riesen Vorteil, es ist selbstschmierend - braucht also kein Öl.
    Speziell auf der Lichtmaschinenseite ist das von Vorteil weil dort rein über das Öl im Gemisch geschmiert wird.
    Der originale NSR Simmerring ist aber absoluter Standard, nix Teflon...
    Ist leicht zu erkennen, die Teflonlippe sieht aus wie eine "aufgeklebte Platte" und fühlt sich an wie Kunststoff, nicht wie Gummi.
    Die RD350 und 500 hat z.B. solche Simmerringe ;)



    Über das Thema Viton hab ich gerade mit einem Kollegen gesprochen, der hatte da gerade eben ein nettes Erlebnis.
    Bei einem Versuchsmotor haben sie "nicht gespart" und Viton Simmerringe genommen.
    Ausgezahlt hats sich nicht - Viton hat dort anscheinend keinen Schmierfilm aufgebaut sondern hat sich auf die Welle "aufgeschmiert" trotz der höheren erlaubten Einsatztemperaturen.
    War in kürzester Zeit kaputt ;)
    Im Endeffekt sind sie dort wieder auf NBR umgestiegen und das Problem war gelöst.

  • Servus Männer, ich häng mich hier dran.


    Ich habe den Verdacht, dass die Kurbelwellendichtringe bei mir auch durch sind. Gibt es dazu eine einfache Prüfung? Ich habe keinen Unterdruck im Brennraum, die Kompression scheint aber noch ausreichend zu sein.


    Es kommt kein Sprit im Brennraum mehr an (Kerze trocken trotz ewigem Orgeln). Auch mit Starthilfespray nichts zu machen.

  • Bei defekten Simmerringen läuft der Motor im Normalfall noch.
    Die Leckage ist so gering, dass es auf die Funktion vordergründig keine Auswirkungen hat.
    Bevor er nicht mehr läuft frisst er dir das Getriebeöl weg oder du hast einen Fresser weil er abmagert.
    Verdichten im Zylinder hat mit dem Kurbelgehäuse nichts zu tun.


    Gib einfach einmal den Vergaser runter und halt beim starten den Ansaugstutzen zu. Du wirst den Unterdruck spüren.


    Simmerringe testet man über einen Drucktest.
    Manometer uns Kerzengewinde schrauben, Ein- und Auslass verschließen und etwas Druck in den Motor geben.
    Er sollte den Druck halten, sonst muss man suchen.
    Gerne ist die Welle der Auslasssteuerung undicht, das ist aber eher unkritisch. Gefährlich sind undichte Stellen zwischen Vergaser und Motor bzw. Die KW Simmerringe.


    Dein Problem würd ich aber eher beim Vergaser oder Zündung suchen.

  • Ok dann könnte therortisch am Ansaugflansch der Unterdruck flöten gehen, sodass kein Sprit mehr in den Brennraum gezogen wurde. Muss ich mal nachsehen, ob er dort irgendwo Falschluft zieht. Danke erstmal.

  • Also heute habe ich Mal meinen Kabelsalat aufgeräumt und ordentlich verlötet. Neue richtige Zündkerze verbaut und Vergaser penibelst gereinigt und eingestellt (der Schieber war auf der zweiten raste und nicht auf der dritten). Klick wrooom. Läuft. Sehr schön, zieht sauber durch. Zumindest wenn's kalt ist. Wenn warm Fehlzündungen und Drehzahlmesser springt wie verrückt. Was ist das? Die Zündspule?